Unterstützung für Familien muss weiter ausgebaut werden
Zum Weltkindertag am 20. September 2016 erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:
Das Motto des diesjährigen Weltkindertages „Kindern ein Zuhause geben“ ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und muss unser fester Wille und Ziel sein. Die Zahl der Kinder ohne einen festen Wohnsitz und Bezug zur Familie liegt nach Schätzungen von Unicef weltweit bei über 100 Millionen, in Deutschland sind es rund 20 000 Kinder. Die Zahl der Kinder in M-V, die ein unsicheres, gewalt- oder auch suchtgeprägtes Zuhause haben, Vernachlässigung und Misshandlungertragen oder davor geflohen sind, ist ungewiss. Die Politik muss alles tun, Leid von Kindern von vornherein auszuschließen bzw. die Risiken so weit wie möglich zu minimieren.
Familien brauchen Unterstützung, möglichst niedrigschwellige Angebote, damit ihnen bei oft vielfältigen Problemen geholfen werden kann. Dazu gehört der Ausbau wirksamer und flächendeckender Angebote wie „Frühe Hilfen“, eine ausreichende Zahl von Familienhebammen sowie gute individuelle und therapeutische Maßnahmen im Rahmen der „Hilfen zur Erziehung“.
Weltweit sind ca. 30 Millionen Kinder auf der Flucht. M-V hat mehrere hundert Flüchtlingskinder aufgenommen, die mit ihren Familien oder auch unbegleitet nach Deutschland gekommen sind. Ihnen gelten der besondere Schutz und die Gewährung einer sicheren und fördernden Umgebung.
Es ist unbestritten: Jedes Kind braucht ein gutes Zuhause, das ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen fördert. Ein Aufwachsen in Geborgenheit mit Fürsorge und Förderung ist entscheidend für das Wohlergehen und eine gute Entwicklung eines jeden Kindes. In Deutschland und insbesondere in M-V sind Kinder und Jugendliche noch zu wenig im Blickpunkt der Politik. Gut ineinandergreifende Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe, die Versorgung und Integration von Flüchtlingskindern, die Beseitigung von Kinderarmut, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen – all das sind Herausforderungen, die stärker in den Blick der Landespolitik genommen werden müssen. Noch immer lebt nahezu jedes vierte Kind in unserem Bundesland in Armut. Das ist seit Jahren bekannt. Es ist höchste Zeit, endlich umzudenken und Kinder und Jugendliche stärker in den Blick zu nehmen und wirkungsvoll zu unterstützen.
