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Trotz aller Beteuerungen: Junge Familien sind für SPD/CDU kein Thema

Zur Ablehnung der Überweisung einer von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Studie über „Erfolgsfaktoren und Hemmnisse bei der Einbeziehung junger Eltern in existenzsichernde Formen der Erwerbsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern“ und der dazugehörigen Stellungnahme der Landesregierung in die Ausschüsse des Landtags erklären die familienpolitische Sprecherin Jacqueline Bernhardt und der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster: 

Jacqueline Bernhardt: „Die Studie zeigt, dass es angesichts hoher Anforderungen an Flexibilität und Mobilität vor allem mit Blick auf die Kinderbetreuung in Randzeiten und am Wochenende große Nachbesserungsbedarfe gibt. Geringverdienende und Aufstockerinnen und Aufstocker können sich die zusätzlichen Betreuungskosten gar nicht leisten. Auch ältere Kinder brauchen bedarfsgerechte Betreuungsangebote. Die Erziehungsverantwortung hört schließlich bei 10-Jährigen nicht auf. Hier ist auch die Landesregierung gefragt, die Kinder- und Jugendarbeit im Land weiterzuentwickeln und langfristig sicherzustellen. Die Ablehnung der Überweisung macht deutlich, dass das Thema junge Familien und Integration in den Arbeitsmarkt für die Landesregierung und die Koalitionsfraktionen lediglich eine untergeordnete Rolle spielen. Die Beteuerungen der Großen Koalition, MV zum familien- und kinderfreundlichsten Land machen zu wollen, werden so nicht glaubwürdiger.“

Henning Foerster: „Die Studie liefert grundsätzliche Erkenntnisse und klare Aussagen darüber, wodurch Alleinerziehende und junge Eltern in MV von Erwerbstätigkeit abgehalten oder in ihrer beruflichen Entwicklung behindert werden. Die Landesregierung muss diese Erkenntnisse bei der Aufstellung des neuen Landesarbeitsmarktprogrammes und der Umsetzung der EU-Fonds berücksichtigen. Angesichts der zurückliegenden Erfahrungen bezweifle ich allerdings, dass das Thema die erforderliche ressortübergreifende Aufmerksamkeit erhält.“

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