Rechtsanspruch verstärkt Erziehermangel
Zu den neuerlichen Diskussionen hinsichtlich des Erziehermangels im Kita-Bereich erklärte die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt: „Die Befürchtungen der Sozialverbände und der GEW, dass es zu wenig Erzieherinnen und Erzieher für den Kita-Bereich gibt, kann ich nur teilen.“
Bereits 2012 habe es seitens des Landesjugendhilfeausschusses eine ‚Analyse zum Fachkräftebedarf in Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und Maßnahmen zur Sicherung des Bedarfs’ gegeben. Darin sei festgestellt worden, dass Maßnahmen, wie sie jetzt in der neuen KiFöG-Novelle beschlossen worden sind, so zum Beispiel die Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation, die Absenkung der Elternbeitrages um 100 Euro und die Einführung des Rechtsanspruches auf einen Krippenplatz ab dem 01.08.2013, zu einem wesentlich höheren Fachkräftebedarf führen werden.
„So fehlen in den nächsten drei Jahren zusätzlich 800 und in den nächsten 10 Jahren 1.217 Fachkräfte. Erschwerend kommt hinzu, dass in den nächsten Jahren sehr viele Erzieherinnen und Erzieher altersbedingt ausscheiden werden, und nur sehr wenige junge Fachkräfte nachrücken“, so Bernhardt.
Weiter kritisiert sie, dass brauchbare Zahlen seitens der Landesregierung fehlen. „Seit Jahren fordert meine Fraktion eine aktualisierte Bedarfsanalyse. Diese liegt bis heute nicht vor.“
Auf Nachfrage im Landtag habe der Bildungsminister zwar zugesichert, dass diese Bedarfsanalyse im 2. Halbjahr 2013 vorgelegt werde, dies sei jedoch viel zu spät, denn bereits jetzt bestehe ein hoher Bedarf an Fachkräften.
„Anstatt jedoch diesem Fachkräftebedarf mit langfristigen Maßnahmen zu begegnen, fällt der Landesregierung nur ein, die Ausbildungszeit für Erzieherinnen und Erzieher von vier auf drei Jahre zu senken. Damit deckt sie jedoch lediglich den kurzfristigen Fachkräftebedarf. Ein langfristiger Plan oder ein Konzept ist nicht zu erkennen. Das gehe vor allem zu Lasten der Qualität der Kitabetreuung“, so Bernhardt.
