Quantität allein reicht nicht für bestmögliche Förderung der Kleinsten
„Knapp eine Woche vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren ist noch immer fraglich, ob tatsächlich jedes Kind wohnortnah betreut werden kann“, erklärte die kinder- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, am Freitag. In MV könnten Eltern sehr kurzfristig ihre Anträge auf Betreuung in den Kommunen stellen, so dass gegenwärtig noch unklar sei, in welchen Gemeinden möglicherweise Probleme entstehen.
„Es ist zu befürchten, dass im Einzelfall nicht jedes Kind seinen Rechtsanspruch ab 1. August einlösen kann“, so Frau Bernhardt. Das landesweit quantitativ gut ausgebaute Betreuungsnetz im Bereich der Kindertagespflege und die sehr hohe Betreuungsquote von 77 Prozent bei den Ein- bis Dreijährigen seien allein kein Garant dafür, dass die Nachfrage in jedem Fall gedeckt werden kann und eine bestmögliche Förderung der Kleinsten gewährleistet ist.
Die rein statistische Verfügbarkeit von Kita-Plätzen im Land könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Qualität der Betreuungsangebote dringend verbessert werden muss. „Noch immer ist der Betreuungsschlüssel im Krippenbereich bundesweit einer der schlechtesten und vielerorts fehlen qualifizierte Fachkräfte“, so Frau Bernhardt. Aus Sicht der Linksfraktion müsse die Bedarfsplanung an Erzieherinnen und Erziehern auf den neuesten Stand gebracht werden. „Wir wissen, dass in einigen Regionen Fachkräfte inzwischen händeringend gesucht werden, aber ein Gesamtplan liegt nicht vor“, sagte Frau Bernhardt. „Darüber hinaus muss endlich das Berufsbild attraktiver werden, dazu gehören auch Arbeitsbedingungen, die mehr Zeit für die Arbeit mit den Kindern, aber auch den Eltern ermöglichen und eine den verantwortungsvollen Aufgaben angemessene Bezahlung. Sonst laufen uns die Fachkräfte davon, die schließlich bundesweit gebraucht werden.“
