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Praxisintegrierte Ausbildung (PiA) nur mäßig nachgefragt

Zu den Antworten der Landesregierung auf die Kleine Anfrage zum Start der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) (Drucksache 7/721) erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

„Die von SPD und CDU hochgepriesene praxisintegrierte Erzieherausbildung (PiA) scheint nur mäßig Interesse zu wecken und kommt als Ausbildungsangebot schlicht und ergreifend nicht bei den Menschen an. Das zeigen die Anmeldezahlen an den beruflichen Schulen Mitte Juli 2017.

Lediglich in der beruflichen Schule des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte sind alle 25 Schülerplätze belegt. In den anderen vier Standorten Schwerin, Hansestadt Rostock, Landkreis Rostock und Vorpommern-Rügen sind die Klassen teilweise sogar nur zur Hälfte besetzt. Es ist erschreckend und zeigt, dass das viel gepriesene „Wundermittel“ von SPD und CDU nicht aufgeht. Für die geplanten 125 Ausbildungsplätze liegen insgesamt nur 90 Bewerbungen vor. Das entspricht einer Auslastung der Schülerplätze von lediglich 72 Prozent. Das hilft uns weder in der Gegenwart, noch in der Zukunft, den Fachkräftemangel in den Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern zu beheben.

Die Linksfraktion hat die Herangehensweise und den im Frühjahr vorgelegten Gesetzentwurf zur Einführung der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) bereits zu Beginn heftig kritisiert. Auch viele Expertinnen und Experten in der öffentlichen Anhörung zum Gesetzentwurf stellten dem Vorhaben kein gutes Zeugnis aus. Die Ausgestaltung der Ausbildung war von Anfang an unausgegoren und steckt noch bis heute in den Kinderschuhen. Zudem wurde bekannt, dass nach wie vor Fachlehrerinnen und Fachlehrer fehlen, um die PiA-Auszubildenden an den Schulen zu unterrichten.

Zudem wurde durch die Kleine Anfrage deutlich, dass die Schülerzahlen in der Erstausbildung zu Staatlich anerkannten Erzieher/innen für 0- bis 27-Jährige an den öffentlichen und privaten Schulen in Mecklenburg-Vorpommern im Ausbildungsjahr 2016/2017 auffällig gering sind. Von 1598 Schülerinnen und Schülern befinden sich nur 14 Auszubildende in der dritten und 22 Auszubildende in der vierten Jahrgangsstufe. Die Zahl der Absolvent/innen mit dem Abschluss Staatlich anerkannter Erzieher bzw. Staatlich anerkannte Erzieherin für 0- bis 27-Jährige wird deshalb in diesem und auch im nächsten Jahr sehr gering ausfallen. Auch hierzu soll die Landesregierung Stellung nehmen. Wir brauchen dringend eine aktualisierte Ausbildungsplatzplanung, die den tatsächlichen Bedarfen entspricht sowie umgehend eine Aufstockung der Platzkapazitäten in den bewährten Ausbildungsgängen zu Staatlich anerkannten Erzieher/innen für 0- bis 27-Jährige.“

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