Neues Kita-Gesetz muss in dieser Form abgelehnt werden
Zum Tagesordnungspunkt „Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes“ (KiföG) heute im Landtag erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:
„Mit der halbgewalkten KiföG-Änderung wird nun die praxisintegrierte Ausbildung PiA eingeführt. Zudem werden weitere Berufe in den Fachkräftekatalog aufgenommen, die nicht per se eine pädagogische Qualifikation mitbringen. In welcher Form die geplante Grundqualifizierung von 250 Stunden stattfinden und wie diese finanziert werden soll, bleibt dabei völlig offen. Insgesamt führt das neue KiföG zu einem Qualitätsverlust und einem Abbau von Pädagoginnen und Pädagogen. Hinzu kommen weitere ungeklärte Fragen, wie die Entlastung der Mentorinnen und Mentoren, die Finanzierung der Weiterbildung für die Kinder- und Jugendhilfe oder die bundesweite Anerkennung des Abschlusses. Das führt nicht nur in der Fachwelt zu großem Unmut.
Meine Fraktion hat heute einen Entschließungsantrag eingebracht. Wir fordern die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten in den bewährten Ausbildungs- und Studiengängen, die Ausbildungsplatzplanung an die aktuellen Entwicklungen anzupassen und die Ausbildungsvergütung für alle Auszubildenden einzuführen. Zudem soll die Landesregierung dafür sorgen, dass die ausgebildeten Fachkräfte besser bezahlt und die Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert werden. Dafür sollen unter anderem die Personalschlüssel realistisch berechnet und landeseinheitlich geregelt werden.
Nach der Ablehnung unserer Forderungen, konnte meine Fraktion dem neuen KiföG nicht zustimmen. Es ist nicht zu verantworten, dass die Regelungen in der geplanten Form umgesetzt werden. Ausbaden müssen es die Fachkräfte vor Ort, die Auszubildenden und die Kinder.“
