Mehr Anerkennung für die Leistungen pflegender Angehöriger
Nach Ansicht der kinder- und familienpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, ist der morgen stattfindende Familienkonvent in Schwerin wieder eine gute Gelegenheit, betroffene Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen zu lassen. „Die Hälfte der 71 Delegierten auf dem Konvent zum Thema ‚Familie und Pflege‘ sind Personen, die sich nicht von Berufs wegen mit der Problematik befassen. Eltern, Großeltern, Töchter und andere Familienangehörige können ihre wertvollen lebensnahen Erfahrungen einbringen und Forderungen formulieren, was in diesem Bereich verbessert werden muss“, erklärte Frau Bernhardt am Dienstag.
Es sei ein gutes Ziel, Mecklenburg-Vorpommern zum familienfreundlichsten Land machen zu wollen. „Ich erwarte aber von der Landesregierung, dass sie auch im Bereich der Pflege die entsprechenden Schritte unternimmt, um diesem Ziel näher zu kommen“, sagte Frau Bernhardt. Dazu gehöre auch ein stärkerer Einsatz auf Bundesebene, damit pflegende Angehörige mehr Wertschätzung erfahren. 70 Prozent der Pflegeleistungen würden in Deutschland von Familienangehörigen erbracht, vorwiegend von Frauen. „Diese Pflegeleistungen müssen endlich angemessen anerkannt und vergütet werden und dürfen nicht länger zu Nachteilen bei der späteren Rente führen.“
Aber auch in MV müsse es eine größere Unterstützung für Angehörige geben, die etwa ihre Eltern zu Hause pflegen. „Projekte, wie beispielsweise Beratungsdienste für Pflegende von Demenzkranken, müssen auf längere Zeit ausgelegt werden, und nicht nach spätestens fünf Jahren ihre Förderung verlieren“, so Frau Bernhardt. Auch die Mehrgenerationenhäuser, die in der zweiten Förderphase besonders die Pflege von Angehörigen im Blick haben, brauchen eine gesicherte Perspektive. „Die Bundesfinanzierung läuft Ende 2014 aus, und die Kommunen allein sind mit der Finanzierung überfordert. Hier muss sich das Land engagieren, damit die Treffpunkte für Jung und Alt erhalten bleiben“, betonte Frau Bernhardt.
