Kostenfreiheit und dringend notwendige Qualitätsverbesserungen dürfen sich nicht ausschließen
Zur heutigen Ersten Lesung des Gesetzentwurfes zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes und der damit bevorstehenden beitragsfreien Kita im Landtag erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:
„Ich freue mich sehr, dass die beitragsfreie Kita nun endlich kommen soll. Eine uralte linke Kernforderung wird damit erfüllt. Das ist ein gutes Zeichen an die Familien in Mecklenburg-Vorpommern, die nicht mehr in benachbarte Bundesländer schauen müssen, sondern hier in Mecklenburg-Vorpommern von den Kosten für den Kita-Besuch freigestellt werden. 400,- bis 500,- Euro pro Monat mehr in der Familienkasse zu haben, eröffnet den Familien Spielräumen für alltägliche Sachen oder doch einmal in den Jahresurlaub zu fahren. Die kostenfreie Kita ist vor allem aber für die Kinder in Mecklenburg-Vorpommern ein gutes Zeichen, denen so chancengleiche Bildungsmöglichkeiten von der Kita über die Schule bis zur Ausbildung oder Hochschule geboten werden.
Bei aller Euphorie darf jedoch nicht die Qualität nicht aus den Augen verloren werden. Eine Beitragsfreiheit, die zu Lasten der Qualität geht, ist nicht viel wert. Seit Jahren bekommen die Erzieherinnen und Erzieher immer weitere Aufgaben übertragen: Bildung, vollwertiges Essen, Demokratieerziehung, Zähneputzen. Und nun sollen die Erzieherinnen und Erzieher auch noch die Hausaufgaben in den Kitas erledigen. Das alles braucht Zeit. Zeit, die niemals eingeräumt wurde, etwa durch kleinere Gruppen. Warum? Weil es das Land verpasst hat, ausreichend Erzieherinnen und Erzieher auszubilden. In der Folge scheitert jede Fachkraft-Kind-Senkung am Fachkraftmangel. Hier muss eine Strategie her, wo wir hinwollen. Dementsprechend müssen wir dann die Erzieherinnen und Erzieher ausbilden. Auch darüber müssen wir im Gesetzgebungsverfahren reden.“
