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Kita muss kostenfrei sein. Fachkräftemangel wirksam angehen

Zum aktuellen Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann-Stiftung erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

„Der Monitor stellt der Betreuungslandschaft für kleine Kinder in M-V wieder ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Abermals werden zwei riesengroße Probleme deutlich:

1. Bei dem Betreuungsschlüssel im Kindergartenbereich bleibt das Land bundesweit trauriges Schlusslicht. Im Krippenbereich sieht es nicht viel besser aus, nach Sachsen und Brandenburg haben wir hier den ungünstigsten Schlüssel. Unter den viel zu großen Gruppengrößen leidet die Qualität in der Betreuung. Da hilft es auch nicht, dass unsere Erzieherinnen und Erzieher bundesweit die am besten qualifizierten sind. Wenn die Gruppen zu groß sind, bleibt für frühkindliche Bildung wenig bis gar keine Zeit.

Um die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu verbessern, vor allem aber eine kindgerechte Bildung und Erziehung für die Kleinen zu ermöglichen, muss die Landesregierung jetzt klotzen und darf nicht länger kleckern. Die Stiftung hat ausgerechnet, dass für einen angemessenen Personalschlüssel in M-V zusätzlich 6700 Fachkräfte in Vollzeit erforderlich sind. Um den Fachkräftemangel wirksam anzugehen, muss die Landesregierung endlich die Ausbildungsplatzplanung aktualisieren. Diese muss die tatsächlichen Bedarfe widerspiegeln, und die Platzkapazitäten in den bewährten Ausbildungsgängen zu Staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern für 0- bis 27-Jährige müssen entsprechend aufgestockt werden.

2. Noch viel bedenklicher ist der Umstand, dass die Studie der öffentlichen Hand in M-V erneut bescheinigt, sich bundesweit am wenigsten an den Ausgaben für die Kita-Betreuung zu beteiligen. Die Eltern in M-V haben mit 22 Prozent Beteiligung bundesweit die höchsten Kosten. Das hat nichts mit einem familienfreundlichen Bundesland zu tun. Hier muss die Landesregierung endlich umdenken und die Kita für die Eltern kostenfrei machen. In anderen Bundesländern ist dies doch auch möglich. Meine Fraktion wird sich in den anstehenden Haushaltsberatungen weiter dafür einsetzen.“

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