Skip to main content

Kinder- und Jugendhilfe finanziell und personell besser ausstatten

Zu 10 Jahre Kinderschutzhotline in M-V erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt: 

„Es ist erstaunlich, wie sich die Landesregierung bei Jubiläen aller Art ins Rampenlicht stellt und beweihräuchert, die Initiativen sonst aber eher sich selbst überlässt – so auch im Bereich Kinderschutz.

Die meisten Fälle, die in der Hotline eingehen, werden an die Jugendämter im Land weitergeleitet, dort ist die Personaldecke jedoch dünn. Wie aus meiner Kleinen Anfrage vom Oktober 2017 zur ‚Personalausstattung in der Kinder- und Jugendhilfe in M-V‘ (Drs. 7/752) hervorgeht, steigt die Zahl der Fälle in den Jugendämtern kontinuierlich an, der Bestand an Fachkräften jedoch nicht entsprechend. Hinzu kommt der relativ hohe Altersdurchschnitt der Fachkräfte, der über kurz oder lang weitere Lücken reißen wird. Einheitliche Empfehlungen, die sich auf eine fundierte Datenbasis stützen, gibt es nicht und damit auch keine Ausbildungsplatz- und Personalplanung in der Jugendhilfe. Die Probleme vor Ort werden sich weiter verschärfen.

Neben der Kinderschutzhotline als Hilfeangebot sind Kinder-, Jugend- und Elterntelefone des Kinderschutzbundes M-V e.V. in Schwerin und Greifswald aktiv. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention, Beratung und Unterstützung bei Kindeswohlgefährdung. Sie sind allerdings mit jeweils 15 000 Euro im Jahr äußerst bescheiden ausgestattet. Trotz steigender Kosten, Fallzahlen und komplexer werdender Probleme verbleiben die Landesmittel für die Hilfetelefone des Kinderschutzbundes auf einem anhaltend niedrigen Niveau. Der Kinderschutzbund hat bereits mehrfach auf die Unterfinanzierung aufmerksam gemacht. Die Anträge der Linksfraktion auf die dringende Aufstockung der Mittel wurden noch im Dezember 2017 von den Fraktionen der SPD und CDU in den Ausschüssen und im Landtag abgelehnt.

Wenn der Landesregierung die Einrichtungen des Kinderschutzes wichtig sind, sollte sie umgehend für eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung unter anderem in der Jugendhilfe sorgen. Ansonsten sind die Jubiläen der Kinderschutz-Angebote im Land gezählt.“

Zurück zum Kopf der Seite