Kinder- und Jugendförderung ist unterfinanziert und stagniert
Zur Ablehnung des Antrages „Kinder- und Jugendförderung in M-V weiterentwickeln“ erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:
"Die Kinder- und Jugendarbeit, Jugend- und Schulsozialarbeit sowie Kinder- und Jugendhilfe in M-V kranken an Unterfinanzierung und Stagnation. Es sind die ‚vernachlässigten Kinder‘ der Landesregierung und werden es wohl auch bleiben. Unsere Vorschläge, zur Verbesserung der Situation wurden heute mehrheitlich abgelehnt. Gerade vor dem Hintergrund des morgigen internationalen Kindertages liefern SPD und CDU ein Trauerspiel.
Wir machen seit Jahren auf die prekäre Lage in der Jugendhilfe sowie der Kinder- und Jugendförderung aufmerksam und fordern Abhilfe. Große Teile des Kinder- und Jugendförderungsgesetzes sind unterfinanziert. Die Grundlagen wurden seit mehr als 20 Jahren nicht angepasst. Die Übertragung von Aufgaben an den Kommunalen Sozialverband schränken die Einflussmöglichkeiten der Landespolitik deutlich ein. Stillstand und personelle Engpässe sind die Folgen. Angesichts der Probleme von Kindern und Jugendlichen, die immer komplexer werden, gleicht dies einem gesellschaftspolitischen Pulverfass, das uns früher oder später um die Ohren fliegen kann.
Wir fordern deshalb die Fortschreibung des Kinder- und Jugendprogramms, die Jugendhilfe muss dringend weiterentwickelt werden. Zudem muss überprüft werden, was die Übertragung des Landesjugendamts an den Kommunalen Sozialverband gebracht hat. Nicht zuletzt muss die Pro-Kopf- Förderung deutlich erhöht und auf 6- bis 26-jährigen ausgeweitet werden. Auch die Kommunen brauchen eine bessere Unterstützung, um die Qualität der Angebote vor Ort gerade in strukturschwachen Regionen sichern zu können. Die Probleme dürfen nicht länger auf die lange Bank geschoben werden.“
