Keine Nachhaltigkeit bei der Elternentlastung in Sicht
Zur Ankündigung von Sozialministerin Stefanie Drese, die Eltern von Kita-Kindern nachhaltig zu entlasten, erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:
„Die Entlastung der Eltern durch Herabsenken der Elternbeiträge um 50 Euro ist zunächst ein gutes Signal. In der Praxis wird es aber durch steigende Beiträge sang- und klanglos verpuffen, wenn es dabei bleibt, dass Eltern und Wohnsitzgemeinden die steigenden Kosten weiterhin allein tragen müssen. Zudem werden die Horte komplett von einer Entlastung ausgenommen. Auch die Betreuung der Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung ist von der Elternentlastung ausgenommen. Das Modell der Elternentlastung hat reichlich Tücken und Haken und lässt Nachhaltigkeit gerade nicht erkennen.
Die Förderung von Kindern in Kitas und der Tagespflege muss insgesamt deutlich verbessert und Eltern müssen tatsächlich entlastet werden. Dies setzt allerdings voraus, dass das Land grundsätzlich mehr Verantwortung bei der Finanzierung der Betreuung und Förderung übernimmt. Das Finanzierungssystem der Kindertagesbetreuung muss dringend überarbeitet werden, ansonsten werden die jetzt versprochenen Elternentlastungen durch weitere Kostensteigerungen schnell wieder aufgefressen.“
