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In M-V immer noch überdurchschnittlich viele Menschen arm

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Jacqueline Bernhardt und Torsten Koplin ‚Entwicklung der Armutsgefährdung und der Armut sowie der Haushaltseinkommen und Verdienste in M-V in den Jahren 2005 bis 2015‘ (Drs. 7/323) erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

„Aus den Antworten wird wieder einmal deutlich, dass in M-V überdurchschnittlich viele Menschen arm oder von Armut bedroht sind. Die Armutsgefährdungsquote in der Gesamtbevölkerung liegt bei 21,7 Prozent. Damit lebt mehr als jede 5. Person am oder sogar unter dem Existenzminimum. Im Bundesdurchschnitt liegt die Armutsgefährdungsquote bei 15,7, im Schnitt der ostdeutschen Bundesländer bei 19,7 Prozent.

Alleinerziehende sind besonders von Armut betroffen, mehr als die Hälfte sind armutsgefährdet und haben ein Haushaltseinkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens der Bevölkerung. Auch Haushalte mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern sind häufig arm oder armutsgefährdet. Dies betrifft fast jede zweite größere Familie.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit existenzsichernden Löhnen, die schrittweise Anhebung des Mindestlohns auf 12,50 Euro, armutsfeste Renten und eine gute Infrastruktur sind unerlässlich, um die Lebenssituation vieler Menschen im Land deutlich zu verbessern. Eltern müssen beim Wiedereinstieg in den Beruf und beim Zugang zu Beschäftigung wirksam unterstützt werden. Dies gilt insbesondere für Alleinerziehende. Für Eltern und Kinder ist der Zugang zu einer kostenlosen qualitativ hochwertigen Kindertagesbetreuung unerlässlich.“

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