Fachkräfte in Kitas dringend gesucht – Ausbildungsplanung aktualisieren!
„Da Bildungsminister Brodkorb bereits für das 3. Quartal 2013 die nach dem KiföG MV verbindliche Ausbildungsplatzplanung angekündigt hat, bisher aber nichts vorliegt, haben wir heute mit unserem Antrag „Fortschreibung der Ausbildungsplatzplanung für Erzieherinnen und Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern unverzüglich vorlegen“ nachgehakt“, erklärte die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, am Donnerstag in Schwerin. Mit der Ablehnung verweigerten sich die Koalitionsfraktionen erneut dem wichtigen Anliegen und entzögen sich ihrer Verantwortung. „Dies ist angesichts der großen Probleme in diesem Bereich und dringend notwendiger Regelungen unverantwortlich.“
Bereits 2009 habe die GEW eine Studie vorgelegt, wonach ein jährlicher Bedarf an pädagogischen Fachkräften von 400 Personen bis zum Jahr 2015 besteht und damit ein Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung droht. Durch die schrittweise Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation im Kindergartenbereich von 1:17 auf 1:15 und den Rechtsanspruch auf Betreuung der 1- bis 3-Jährigen werde der Fachkräftebedarf noch weiter steigen. „Zusätzlich verschärft sich die Situation durch die hohe Zahl der aus Altersgründen ausscheidenden Beschäftigten, in den kommenden 10 Jahren gehen Berechnungen von über 500 neu zu besetzenden Stellen aus.“
Schon heute sei abzusehen, dass mehr Erzieherinnen und Erzieher gebraucht als an den Fachschulen ausgebildet werden. Von den derzeit etwa 350 ausgebildeten Fachkräften gingen nur etwa 65 Prozent überhaupt in eine Kita arbeiten. „Um die Übergangsquote zu verbessern muss der Missstand, dass lediglich knapp 27 Prozent vollzeitbeschäftigt sind, beseitigt werden“, so Frau Bernhardt. „Die Landesregierung muss endlich insgesamt die Ausbildungskapazitäten den tatsächlichen Bedarfen anpassen. Die heutige Ankündigung des Bildungsministers, die Ausbildungsplatzplanung in wenigen Wochen vorzulegen, ist fragwürdig. Wenn es Gründe gegeben hat, die Vorlage zu verschieben, wäre eine kurze Information an den Landtag im Vorfeld angebracht gewesen. Es zeugt von keinem guten Umgang mit dem Parlament, dass dies nicht geschehen ist.“
