Coronabedingte Mehrkosten in den Familien anerkennen und ausgleichen
Zum jetzt von den kinder- und jugendpolitischen Sprechern der Linksfraktionen im Bundestag und in den Landtagen veröffentlichen Positionspapier „Kinder- und Jugendpolitik in der Corona-Krise muss viel mehr als Kinderschutz sein“ (download hier) erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion in M-V, Jacqueline Bernhardt:
„Kinder, Jugendliche und ihre Familien sind Hauptleidtragende in der Corona-Krise. Ihr Alltag ist komplett auf den Kopf gestellt. Geschlossene Schulen, Kitas, Spielplätze, Bibliotheken, Musikschulen, Stadtteilzentren und Jugendfreizeiteinrichtungen sind Maßnahmen mit spürbaren Folgen. Wenn nahezu der gesamte öffentliche Raum für Familien, Kinder und Jugendliche tabu ist, wichtige, Stabilität gebende Kontakte zu Freunden und Großeltern untersagt sind, dann bleibt das nicht ohne Folgen für die physische und psychische Gesundheit aller Betroffenen. Dies wird in der Corona-Krise offenbar vergessen.
Besonders arme und armutsbedrohte Kinder, und damit jedes dritte Kind in M-V, sind in der Krise existenziell betroffen. Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket stehen zum großen Teil nicht zur Verfügung. Das Mittagessen, das nicht in der Kita oder Schule verzehrt werden kann, muss aus dem Hartz-IV-Regelsatz finanziert werden, obgleich dies in dem Satz nicht berücksichtigt ist. Auch die vorgesehene Neuregelung, dass Essen an zentralen Punkten abgeholt werden kann, ist keine praktikable Lösung. Deshalb fordern wir einen Krisenzuschlag in Höhe von 200 Euro pro Monat und Person rückwirkend ab März auf die Grundsicherung. Darüber hinaus muss auf Sanktionen und Vermögensprüfungen verzichtet werden, und die Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket müssen den betroffenen Familien zu Gute kommen.“
