Ausbildungsplatzplanung für Erzieherinnen und Erzieher aktualisieren
Die Linksfraktion wird auf der kommenden Landtagssitzung den Antrag „Fortschreibung der Ausbildungsplatzplanung für Erzieherinnen und Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern unverzüglich vorlegen“ einbringen. „Die Landesregierung hat diese laut KiföG verbindliche Ausbildungsplatzplanung für das 3. Quartal 2013 angekündigt, aber bis heute liegt nichts vor“, erklärte die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, am Montag. Dies sei angesichts der großen Probleme in diesem Bereich unverantwortlich.
Bereits 2009 habe die GEW eine Studie vorgelegt, wonach ein jährlicher Bedarf an pädagogischen Fachkräften von 400 Personen bis zum Jahr 2015 besteht. „Und im Juli vergangenen Jahres hat die Bertelsmann-Stiftung bestätigt, dass ein Fachkräftemangel in der Kindertagesbetreuung in MV droht und die Betreuung der Kinder dringend verbessert werden muss“, so Frau Bernhardt.
Durch die schrittweise Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation im Kindergartenbereich von 1:17 auf 1:15 und den Rechtsanspruch auf Betreuung der 1- bis 3-Jährigen werde der Fachkräftebedarf noch weiter steigen. Da viele Erzieherinnen und Erzieher in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheiden werden, verschärfe sich die Situation zusätzlich. Über 46 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher in MV sind zwischen 40 und 55 Jahren, fast 22 Prozent sind 55 Jahre und älter. „Es werden viele Stellen neu besetzt werden müssen, auch deshalb muss die Ausbildungsplatzplanung dringend aktualisiert werden“, betonte Frau Bernhardt.
Schon heute sei abzusehen, dass mehr Erzieherinnen und Erzieher gebraucht als an den Fachschulen ausgebildet werden. Von den derzeit etwa 350 ausgebildeten Fachkräften gingen nur etwa 65 Prozent überhaupt in eine Kita arbeiten. „Eine Ursache sind die herrschenden Bedingungen, lediglich knapp 27 Prozent sind vollzeitbeschäftigt, deutschlandweit sind es über 40 Prozent“, so Frau Bernhardt. Um die Übergangsquote von der Ausbildung in die Kita zu verbessern, müsse dieser Missstand beseitigt werden. „Die Landesregierung muss endlich insgesamt die Ausbildungskapazitäten den tatsächlichen Bedarfen anpassen.“
