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Mecklenburg-Vorpommern – kein Kinderland

Zum Ländermonitoring „Frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung erklärt die kinder- jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

„Die Ergebnisse sind für das von SPD und CDU gern so bezeichnete ‚Kinderland M-V‘ ernüchternd, denn im Land werden die professionellen Rahmenbedingungen nur teilweise erfüllt. Zu sehr hat sich die Landesregierung auf die Einführung der kostenfreien Kita konzentriert und dabei die Frage der Qualität völlig aus den Augen verloren.

Und genau darin liegt der Missstand in M-V begründet: Es gibt viel zu wenige Erzieherinnen und Erzieher, um eine gute Bildung in den Kitas sicherzustellen. Für 96 Prozent der erfassten Kita-Gruppen stand nicht genügend Personal zur Verfügung. Insbesondere im Krippenbereich sind nicht kindgerechte Gruppen am häufigsten anzufinden. Nach Sachsen schneidet M-V damit wieder am schlechtesten ab. Darunter leidet die Qualität der Kindertagesbetreuung enorm. Kitas, die die Bildung jedes einzelnen Kindes von Anfang an sicherstellen sollen, werden so zunehmend zu Verwahranstalten.

Das Qualifikationsniveau des Personals wird noch als gut eingeschätzt, 87 Prozent des Personals in Krippen und Kindergärten sind als Erzieherin oder Erzieher ausgebildet. Das ist im bundesverglich sehr gut, allerdings verspielt die Landesregierung diesen Vorteil mit ihrer Ausbildung zu ‚Erziehern der Null- bis Zehnjährigen‘ ENZ. Die Autoren warnen ausdrücklich davor, den erforderlichen Personalbedarf durch einen Ausbau von Ausbildungsgängen unterhalb des Erzieherinnenniveaus anzustreben.

Die Kindertagesförderung in M-V braucht dringend eine angepasste Ausbildungsplatzplanung und die Einführung eines landesweit einheitlichen Personalschlüssels, damit die Bildung in den Kitas sichergestellt werden kann. Auch die Beschäftigten, die täglich ihr Bestes geben, müssen entlastet werden. Der Personalschlüssel muss noch in dieser Legislaturperiode stufenweise auf ein auskömmliches Niveau erhöht werden.“