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Jugend- und Schulsozialarbeit müssen endlich tatsächlich gesichert werden

Zur heutigen Auswertung des Expertengesprächs zum Thema „Zukunft der Jugend- und Schulsozialarbeit“ im Sozialausschuss erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

„Die Anhörung hat gezeigt, wie prekär die Lage in der Jugend- und Schulsozialarbeit ist. In der Jugendarbeit werden immer mehr Stellen abgebaut. In der Schulsozialarbeit sieht es nicht anders aus. Obwohl die Stellen in der Schulsozialarbeit aufgrund fachlicher Standards verdreifacht werden müssten, stellt sich zukünftig schon die Finanzierung der vorhandenen Stellen als Problem dar. Zu viele Finanzierungsquellen führen zu unsicheren und prekären Arbeitsbedingungen. Wenn die Schulsozialarbeit gesichert werden soll, bedarf es einer Landesfinanzierung aus einer Hand. Nur so erhalten die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter eine gesicherte Perspektive.

Ein Modellprojekt Schulsozialarbeit Plus, welches aus dem Strategiefonds finanziert werden soll, ist wenig tauglich, endlich eine sichere Basis zu schaffen. Schulsozialarbeit ist ein seit Jahren bewährtes etabliertes Angebot, die Zeit der Modellprojekte muss vorbei sein. Mit der Einführung des Projekts im August kommenden Jahres besteht zudem die Gefahr, dass diese wichtige Arbeit zum Wahlkampfmanöver verkommt.“

Hintergrund: Derzeit kommt auf 502 Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern eine Schulsozialarbeiterin bzw. ein Schulsozialarbeiter. In der Dortmunder Erklärung wird ein Schlüssel von 150 Schülerinnen und Schüler pro Schulsozialarbeiterin bzw. Schulsozialarbeiter empfohlen. Finanziert werden diese aus einem Mix verschiedener Finanzierungsquellen, wie dem ESF, Bildungs- und Teilhabepaket-Restmitteln, einem Landeszuschuss oder kommunalen Mitteln. Dabei ist die Finanzierung über ESF-Mittel immer nur befristet, die BuT-Restmittel werden weniger und die kommunale Finanzlage ist aufgrund der Corona-Pandemie sehr angespannt. Die SPD-Landtagsfraktion will mit einem aus dem „Strategiefonds“ finanzierten Modellprojekt Schulsozialarbeit Plus eine zusätzliche Stelle pro Landkreis und kreisfreier Stadt schaffen. Die Durchführung des Projektes startet im August 2021.