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Alarmierendes Signal bei Schwangerschaftsabbrüchen

Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Schwangerschaftsabbrüche“ (Drs.: 7/6073) erklärt die familien-, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

„Erstmals seit Jahren ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Mecklenburg-Vorpommern 2020 wieder gestiegen. Diese Entwicklung ist offenbar Folge sich verschlechternder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und zunehmender sozialer Probleme im Land.

Führten im Jahr 2018 noch fehlender Kinderwunsch und abgeschlossene Familienplanung die Liste der Gründe für Schwangerschaftsabbrüche an, stand in den Jahren 2019 und 2020 die Angst vor Überforderung an erster Stelle. Das ist ein deutliches Alarmsignal. Offenbar gelang es in den Schwangerschaftsberatungen auch weniger, Frauen die Ängste zu nehmen, damit diese sich für das Kind entscheiden. So ist die Zahl der Frauen, die eine Beratungsstelle aufsuchen, zurückgegangen, wovon sich aber letztlich mehr für einen Abbruch entschieden haben.

Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass sich Frauen aus Angst vor Überforderung und wirtschaftlichen Unsicherheiten für einen Abbruch entscheiden. Die Gründung einer Familie mit Kindern muss möglich sein, ohne das Risiko einzugehen, in Armut leben zu müssen. Dazu gehören u.a. höhere Löhne, eine eigenständige Grundsicherung für Kinder und ausreichend Betreuungsmöglichkeiten. Zudem müssen Information und Beratung für Schwangere und Familien verbessert werden. Nicht zuletzt muss der unsägliche § 219a StGB endlich abgeschafft werden, der Ärztinnen und Ärzten eine vernünftige Aufklärung über den Abbruch und seine Risiken und Folgen sehr erschwert.“